„Aha!“ ist sprachwissenschaftlich eine „umgangssprachliche Interjektion“, ein überraschter, erstaunter, vom Kenntnisgewinn geprägter Einwurf.

Aha war eine altägyptische Gottheit; zuständig für Tanz und Musik und mit Hieroglyphen, deren erste vielleicht nicht von Ungefähr an Mund-Nase-Bedeckungen erinnert:

Immerhin trugen Priester zwar nicht im Alltag, aber zum Sed-Fest seine Masken. Spätestens jetzt könnten Sie – diese Zeilen lesend – beim „Aha-Erlebnis“ angekommen sein.

Dieses zeichnet sich, aktuellen Kategorisierungen nach, durch seine Plötzlichkeit aus. Darüber hinaus dadurch, dass Probleme, vor denen man stand, flüssig verarbeitet werden können. Auch soll es durchweg positive Effekte auslösen. Eventuell ist nach den letzten Monaten mit Aha-Erlebnis diese Beschreibung zu erweitern.

Abstand, Hygiene, Alltagsmasken.

AHA-Erlebnisse, auf die wir alle wohl gut und gerne verzichten könnten. Mit alles anderem als durchweg positiven Effekten. Die flüssige Problemlösung schaut
auch noch nicht recht um die Ecke. Und mit dem Erkenntnisgewinn ist das wohl auch so eine Sache…

Mit dem Oktober und November schauen wir in Kirche und Gemeinde traditionell zurück – auf die vergangenen Wochen, Monate, das letzte Jahr. Zwischen
Erntedank und Ewigkeitssonntag. Und versuchen „Bilanz“ zu ziehen, nach der Erkenntnis dieser Zeit zu fragen. Richten uns dabei aus auf den, aus dessen
Händen uns Zeit und Leben zufließen. Der alles trägt und hält.

Es mag sein, dass in diesem Jahr in diesen Tagen und Wochen stärker geprägt sind von einem Mittendrin-Gefühl: mittendrin in der Pandemie, ohne ganz klaren Blick zurück und voraus. Ein paar Schlaglichter wirft dennoch dieser Gemeindebote.

Und vielleicht gelingt es uns ja auch immer wieder gerade in diesen herausfordernden Zeiten, die uns schonungslos vor Augen führen, was wir alles nicht in der Hand haben, das zu entdecken, wovon nicht nur Erntedank und Ewigkeitssonntag erzählen: dass wir in allem in Gottes Händen sind und aus seinen Händen leben. Solche Aha-Erlebnisse wünsche ich Ihnen von Herzen

Pfarrer Benjamin Schimmel

Gemeindebote Johanneskirche Eibach 2020-10