Kirche ist mehr als ein Gebäude.

Eine Erinnerung, die uns alle mindestens alle zwei Monate in Form unseres Gemeindebriefs erreicht. Auch in dieser Ausgabe wird das greifbar: zwischen Gruppen, Kreisen, Initiativen, Aktionen, Gemeindehaus, Altenheim, Kindergarten, Feldwegen, Büro, Fahrten, Sitzungen, mit Instrumenten und ohne, flüssig und fest, und so vielem mehr. Stöbern Sie doch gerne mal mit dem Blick dafür, wo Ihnen „Kirche“ ganz konkret wird.

Aber Kirche ist natürlich auch ein Gebäude.

Nicht irgendeines. Ein Gebäude, das unserem Eibach seit 676 Jahren Gestalt und Identität verleiht. An dem sich Menschen fest gemacht haben und fest machen. Ein Gebäude, das mehr ist als „Steine“. Ein Gebäude, in dem sich das Leben drängt. Leben aus 676 Jahren. Schönes, Frohes und Trauriges, Tragisches. Ein Gebäude, in dem alles Platz hat, was in ein Leben fallen kann. Ein Gebäude, das immer neu erfahrbar macht: Gott selbst stellt sich mitten in das, was uns und unser Leben ausmacht, prägt, reißt und trägt.

Harte Monate stehen uns darum durchaus bevor. Schmerzhafte auch. Wenn wir „ausgeschlossen“ sind für die Zeit, in der unsere Kirche im Innenraum renoviert werden wird.

Vielleicht auch ein bisschen so etwas wie eine „Einübung ins christliche Leben“: „draußen“ gefordert sein mit dem Ausblick auf ein „seliges Ende“. Zumindest ist das nicht wenig meine Hoffnung. Ja, auch, dass uns diese Zeit durchaus zur geistlichen Übung wird: mit Gegebenheiten leben lernen, ohne in ihnen aufzugehen; auf ein Ziel zugehen; Leben, Zeit, Arbeiten und Gelingen in Gottes Hände legen und die eigenen dabei nicht in den Schoß; über den eigenen Tellerrand schauen; sich nicht nur um den eigenen Kirchturm drehen…solche Übungen.

Auch an dieser Stelle möchte ich darum ganz ausdrücklich unseren römisch-katholischen Geschwistern danken, die uns sehr selbstverständlich und großzügig in den kommenden Monaten immer wieder Obdach gewähren, so dass wir auch in dieser Zeit „behütet“ bleiben. Vergelt’s Gott!

So wünsche ich uns allen, dass die geschlossene Tür unserer Johanneskirche viele andere öffnet und auch so zum Segen wird.

Ihr Pfarrer Benjamin Schimmel

Gemeindebote Johanneskirche Eibach 2019 10