Es ist ein großes Aufatmen in vielen Lebensbereichen in diesen Tagen. Die Lockerungen der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie lassen etliche aufatmen: Gastronomen, Schüler, Eltern, Geschäftsleute, Urlauber, Familienverbünde. An so vielen Stellen ließ sich schon in den letzten Wochen seit dem Muttertagswochenende ein „pfingstlicher Geist“ spüren.

Und zugleich bleibt manche Unsicherheit. Wird das alles ohne neuen „Lockdown“ gut gehen? Wie werden wir in den kommenden Wochen dastehen? Wie viel Vorsicht braucht es und wie viel Freiheit darf man sich gönnen?

Manche Tür bleibt auch bei den letzten Öffnungen geschlossen: Kärwa und Gemeindefest, unsere Konfirmationen, Konzerte, die Serenade unseres Posaunenchors, die Wiedereröffnung unserer Kirche, Sommerfeste, Schulschlussfeiern im großen Stil. Viel vom sommerlichen Beisammensein, auf das wir uns Jahr für Jahr freuen: verschlossen.

In diesen Tagen bekommen wir auch immer wieder vor Augen gestellt, wie wenig wir oft in der Hand haben – auch und obwohl ansonsten die Rede vom „das Leben in die Hand nehmen“, „sein eigener Herr sein“, „selbstbestimmt leben“, „unabhängig sein“ das Tagesgeschäft bestimmt.

In diesen Tagen steckt aber auch gerade darum am Ende die Möglichkeit einer pfingstlichen Erfahrung: wie die Jünger Jesu damit leben, dass einem Wesentliches aus der Hand genommen ist; und dass wir aber damit nicht alleine sind, sondern mit Gottes dynamischem Geist leben, der in allen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten zu tragen weiß. Der Türen öffnet, wo vieles verschlossen daherkommt.

Etwas davon können Sie mit diesem Gemeindeboten entdecken. Und von da aus auch, wie wir selbst als Christen immer wieder als „Türöffner“ in diese Welt gestellt sind. Wie der Heilige Petrus aus den Wandmalereien unserer Johanneskirche, der das Titelbild dieser Ausgabe schmückt.

Gesegnete Wege wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Benjamin Schimmel