„Keine Kinder – der Umwelt zuliebe!“ Im vergangenen Jahr hat die Lehrerin Verena Brunschweiger rund um diese These für Furore gesorgt. Ihr Plädoyer für ein „kinderfreies“ Leben ist vor allem von zwei Anfragen getrieben: kann man es in einer Welt des Klimawandels verantworten, weitere CO2-Produzenten in die Welt zu setzen und kann man es überhaupt verantworten, Kinder zur Welt zu bringen und sie damit zwangsläufig Leid auszusetzen?

Noch etwas allgemeiner kann man da fragen: ist es überhaupt möglich, anders als pessimistisch in diese Welt zu schauen – zwischen Klimawandel, Kriegen und Katastrophen?

Wie kann man in die Zukunft, in die nächste Zeit schauen?

Kann und darf man sich auf eine „Leidens-Zeit“ freuen, sehenden Auges ihr entgegengehen – mit der Passionszeit, die vor uns liegt und wenn man Verena Brunschweiger folgt mit jedem neuen Erdenbürger?

Christlicher Glaube sagt widerständig „Ja“. „Sieben Wochen ohne Pessimismus“ formuliert es die Fastenaktion 2020.

Zum Einüben auch darüber hinaus.

Mitten in der Passions-, der Leidens-Zeit, gibt es zu entdecken, dass wir Grund zum Optimismus haben. Nicht blauäugig. Nicht narkotisiert oder überdreht. Sondern begründet.

Weil wir davon leben, dass Gott mittendrin ist – selbst ein Kind, ein CO2-Produzent, einer, der sich dem Leid aussetzt.

Begeben Sie sich doch in den kommenden Wochen mit auf diesen Weg, der von Gott und darum für uns und unsere Welt das Beste erwartet – optimistisch. Blättern Sie durch die Seiten dieses Gemeindebriefs, gehen Sie mit uns gemeinsam in Gottesdiensten und Veranstaltungen durch diese Zeit; damit wir am Ende wieder Kinder werden – Kinder, die sich ganz optimistisch und ohne Angst vor der rauen Straße trauen, über den Asphalt zu fliegen, der Leben heißt.

Ihr Pfarrer Benjamin Schimmel