Der Sommer eine klassische „Entdecker-Zeit“. Zeit für eine Aus-Zeit. Sich Zeit nehmen, um genau hinzuschauen. Unbekanntes, Ungesehenes entdecken. Fremde Orte, Länder, Kulturen, Menschen. Farben, Gerüche, Stimmungen in sich aufsaugen. Darin schwelgen. Davon zehren.

Dabei gibt’s die überall, fremde Orte und Kulturen zum Entdecken: in den Dörfern der Fränkischen Schweiz, im schiefergedeckten Frankenwald, in den Schluchten zwischen Abenberg und Spalt. Manchmal nicht weniger exotisch als all das zwischen Australien, Hawaii und der Mongolei.

In diesem Jahr wird das Entdecken für viele anders ausfallen. Mancher musste in den vergangenen Wochen schon den Jahresurlaub nehmen,
um die Kinderbetreuung zu organisieren; andere sind besorgt, ob man überhaupt irgendwo „anders“ hinsollte; manche Orte sind in diesem Jahr auch schlicht nicht erreichbar.

Mir gefällt in all dem der Gedanke, dass der auch erzwungene andere Blick auf diesen Sommer und die Dinge, die ihn füllen können und werden, etwas
Segensreiches haben kann. Dann nämlich, wenn wir uns gerade wegen der Umstände in diesem Jahr Zeit nehmen und einen neuen Blick erlauben, der
auch tiefer sieht. Dann, wenn wir mit einem anderen Blick nicht nur Historisches und Steiniges und Natürliches sehen, sondern sich das „Mysterium“,
das Geheimnis dieser Welt und allen Lebens auftut.

So, wie es der Monatsspruch für den August festhält: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt
meine Seele. (Psalm 139,14)

Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen dieser Sommer solch eine „Entdecker-Zeit“ wird. Mit den Menschen, die um Sie sind; auf kleinen und großen Wegen; mit ersten Schritten in unsere (fast fertig) renovierte Johanneskirche; mit dem, was es in und mit diesem Gemeindeboten zu entdecken gibt. Mögen es Wege und Tage werden, denen auch Sie hinterherwispern können: „…wunderbar sind deine Werke…!“

Ihr Pfarrer Benjamin Schimmel