Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Ist die Fastenzeit nun schon halb rum oder steht sie noch halb aus? Scheint Licht in die Finsternis oder werfen sich Schatten ins Licht? Ist Ostern die große Anfrage an unser Leben oder stellt unser Leben Ostern in Frage?

Wie wir auf’s Leben schauen, hat viel damit zu tun, wie wir es leben – in all seinen Schattierungen und lichten Momenten. Wie wir mit halben Gläsern leben, mit zu viel und zu wenig, mit Höhen und Tiefen, mit Anfang und Ende und allem „Dazwischen“.

Die Fastenzeit, die nun halb hin und halb her ist, will uns dahin bringen, dass wir bewusst und einübend eine andere Perspektive einnehmen. Uns auf die
Perspektive der Evangelien einlassen.

Im Mitgehen des Weges Jesu entdecken: Gott setzt sich dem ganzen Leben aus – unserem Leben: den halben Sachen, den halben Wahrheiten, dem zwielichtigen, zweifelhaften. Bis in die allerletzte Konsequenz. Bis dahin, dass er sich selbst in Frage stellen lässt am Kreuz und im Tod.

Damit wir das volle Leben haben. Ostern entdecken. Leben neu leben.

Mit einer am Ende österlichen Perspektive aufs Leben schauen.

Die das Leben in seinen Ambivalenzen nicht einfach überblendet.

Die aber seit dem Ostern im leeren Grab unter allem drunterliegt.

Unter jeder Stunde, jedem Tag, jedem Jahr, allem „Dazwischen“.

Um das zusammenhalten zu können, so dass Leben und Glauben eben nicht auseinander, sondern ineinander fallen, brauchen wir den Zweischritt, den wir in diesen Wochen gehen: Passion und Ostern. Damit wir mit all unseren Ambivalenzen anders leben können. Von Ostern her.

Mit dem Auferstandenen durch alles hindurch.

Lassen Sie sich herausfordern zu dieser Perspektive – zwischen den Seiten dieses Gemeindeboten, im gelebten Leben, in den dichten Gottesdiensten der „Großen Woche“ zwischen Palmsonntag und Ostern und in der dann beginnenden Osterzeit!

Gesegnete Wege durch die Passionszeit und ein Leben unter dem Ostergruß „Der HERR ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Benjamin Schimmel