Winterliche Türschwellen haben es oft in sich.

Von drinnen nach draußen: da ist so manches Mal etliches freizuräumen, damit man gut gehen kann. Das ist anstrengend – noch vor jedem Weg. Die Rutschgefahr ist nicht zu unterschätzen. Oft kann man nicht gut sehen, wie glatt es da draußen tatsächlich ist. Und dann erst die weiteren Wege: da ist mal mehr, mal weniger
geräumt, gestreut, gesorgt. Wer weiß, wie es wird – irgendwo da draußen und dann auch wieder auf dem Weg zurück.

Und von draußen nach drinnen: was man da alles mit sich herumträgt; einem an den Stiefeln hängt. „Schuhe aus!“ ist wohl einer der häufigsten Sätze im Winter – und wo der fehlt ersetzt ihn der Seufzer beim Hinterherputzen. Gerade wer Kinder hat, die ja raus sollen, kann ein Liedchen davon singen.

Und: Türschwellen können was erzählen. Von Begegnungen. Gewollten und ungewollten. Geplanten und spontanen. Überraschend fröhlichen und ärgerlichen.

Türschwellen – insbesondere im Winter um den Jahreswechsel haben Potential. Potential vom Leben schlechthin zu erzählen.

Von dem, was wir hinter uns lassen und was voraus liegt. Dass man manches lieb gewordene, Heimelige lassen muss und wird und in Neuen, Unbekanntes hineinsteigt – auf ungeräumte Wege, die erst noch gespurt werden wollen.

Von Begegnungen, von denen wir heute noch keine Ahnung haben. Die uns freuen und ärgern werden. Darauf kann man freilich unterschiedlich zugehen. Mit Vorfreude, Spannung, aber auch mit Knecht-Ruprecht’schem Bammel.

Auch in unseren Gemeinden ist immer wieder etliches im Umbruch – dieser Gemeindebrief wird voraussichtlich der vorletzte „alte“ nur für unsere Kirchengemeinde in Eibach sein. Im neuen Jahr wagen wir uns auch damit in die Pfarrei hinein (wahrscheinlich ab der Ausgabe April / Mai).

Was auch immer für uns auf der Schwelle und jenseits liegt – persönlich, in der Familie, in der Gemeinde, in unserer Stadt und darüber hinaus: wir sollen unsere Wege und über alle Schwellen gehen, in dem Vertrauen, dass das Neue, in das wir hineingehen, aus Gottes Hand kommt. Dazu macht uns die Jahreslosung Mut: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Dass Sie mit allem, was sie mit sich tragen, gut und gesegnet und in diesem Vertrauen über die vor uns liegende Schwelle kommen, das wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Benjamin Schimmel

Gemeindebote Eibach 2025-12