Socken im Sommer?

Kommt’s so dick? Hatten wir uns klimawandeltechnisch nicht schon auf ganzjährige Barfüßigkeit eingestellt?

Dieser Sommer, der für viele bisher kein „richtiger“ Sommer war mit Regen, Gewittern und viel Grau, belehrt uns, wie unberechenbar aller Voraussicht nach im Klimawandel das Wetter auch in kommenden Jahren werden wird. Dass mitunter schöne, warme, selbstgestrickte Socken nicht nur im Winter dienlich sein können.

Und er schreibt uns auch mit großer Eindringlichkeit zwischen Hitzewellen und Wassermassen ins Gewissen, wie notwendig ein Leben ist, in dem wir nachhaltig hinschauen, kaufen, konsumieren. Dass es Sinn macht, vorausschauend durchs Leben zu gehen – etwa auch mit einem sommerlichen Sockenkauf.

Auch als Kirchengemeinde haben wir im Blick darauf noch viel zu lernen und Wege zu gehen – es bleibt ja auch eine stetige Aufgabe: Nachhaltigkeit muss immer wieder neu justiert werden.

Nachhaltig wird das Leben nur, wenn man sich „auf die Socken macht“.

Das ist eine Herausforderung für das tagtägliche Leben. Für jede/n Einzelne/n und auch für uns als Gemeinde, in der wir seit jeher von Vorausschau und Nachhaltigkeit leben, denn das Evangelium ist so: vorausschauend mit dem vertrauensvollen und hoffnungsfrohen Blick auf Jesus Christus, der uns „von vorne“ entgegenkommt; und nachhaltig mit der Erfahrung, dass sich die frohe Botschaft ihren Weg bahnt, uns aus unseren Gewohnheiten reißt und neu aufbrechen lässt.

So einen Sommer wünsche ich Ihnen – ob dick besockt oder barfüßig; einen Sommer, in dem Sie vertrauensvoll vorausschauen können, was auch kommt und erfahren, wie Sie nachhaltig getragen sind. Vielleicht entdecken Sie auch etwas davon zwischen den Seiten dieses sommerlich-sockigen Gemeindebriefs mit seinem Titelbild vom „Markt der Nachhaltigkeit“ auf unserem Kirchplatz, der hoffentlich eine Fortsetzung finden wird.

Pfarrer Benjamin Schimmel

Gemeindebote Eibach 2021 08