Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nürnberg-Eibach

Johanneskirche

Architektur

Die Eibacher Johanneskirche zeigt heute in Ihrer Erscheinung viele Einflüsse der Architekturgeschichte. Hier eine kurze Beschreibung.

Kirchturm
Kirchturm

Heute steht die Kirche mit ihrem schmalen Turmprofil ein wenig versteckt zwischen den mächtigen Laubbäumen. Nur aus der Schrägperspektive tritt die Vertikale des ursprünglich weit sichtbaren und für Eibach bezeichnenden Frontturmes hervor. Er ist in den westlichen Teil des rückliegenden Langhauses eingebunden. Kaffgesimse betonen seine Fünfgeschossigkeit.

Das Glockengeschoß mit spitzbogigen, zweigeteilten Maßwerkfenstem wird durch einen eingezogenen, sechsseitigen Spitzhelm bekrönt. Das Fachwerkgeschoß über dem Chor erinnert an Nürnberger Weiherhäuschen. Der rechteckige Grundriß des Langhauses verweist auf einen einschiffigen, mit einer gedrückten Holztonne gedeckten Saalbau zu fünf Fensterachsen.

Im Osten befindet sich der älteste Teil der Kirche, der gegen 1400 entstandene mittelalterliche Altarraum. Er ist gegenüber dem Langhaus eingezogen, besitzt ein Joch und endet polygonal in fünf Seiten eines Achtecks. Man betritt die Johanneskirche durch das profilierte Spitzbogenportal. Der leicht schattig gehaltene, doch stimmungsvoll anmutende Raum, der sein Licht durch fünf Spitzbogenfenster an der Süd- bzw. zwei an der Nordseite erhält, atmet trotz der vielen baulichen Veränderungen den Geist der mittelalterlichen Vorgängerkirche.

Blick in Innenraum
Blick in Innenraum

Mitte des 18. Jahrhunderts barockisierte man das Langhaus und gestaltete es zu einer protestantischen Emporenkirche um. Aus statischen Gründen wurden anstelle von äußeren Strebepfeilem die seitlichen Innenwände mittels vorgeblendeten Arkaden, bestehend aus quadratischen Wandpfeilern mit darüber sich spannenden Flachbögen, verstärkt.

Der Einbau von zweigeschossigen Holzemporen auf abgefasten Vierkantstützen verlangte im Langhaus eine größere Höhe. Der frühere Dachboden wurde zu einem Tonnengewölbe mit Dachfenstern umgestaltet, ebenso fand der Einbau einer Art Patronatsloge über dem Chor statt. An ihrer Front steht geschrieben: "Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt". Ein Triumphbogen, dessen Scheitel durch einen Christuskopf akzentuiert wird, verrnittelt zwischen Langhaus und Chor. Die in ihrer Scheitelhöhe zum Hauptraum tiefer herabgesetzte Apsis wird durch die polychrome Gestaltung somit zum liturgischen Zentrum inszeniert.

Gleich Adern instrumentieren scharfgratig gekehlte Rippen die Chorschale des Stichkappengewölbes. Ausgangspunkt dieser Gliederungselemente sind Konsolfiguren, Engelsköpfe, die einen gewissen parlerischen Einfluß nicht verleugnen können. Die Rippen enden in einem großen und farbig gefaßten Schlußstein, der als Motiv die hl. Barbara und die hl. Katharina beinhaltet.